DIE DUMONTELS

Autorin: ERICA RUESSLI
Roman, 230 Seiten, veröffentlicht 2018
ISBN: 978-3-906014-43-2
Preis: CHF 28.80, Euro 24.00
Bestellungen: C.F. Portmann Verlag (info@cfportmann.ch)


Eine Familiengeschichte
Gibt es tatsächlich heile Familien, solche, die sich gegenseitig unterstützen, sich alle Fehler und Unzulänglichkeiten verzeihen, niemals Neid und Missgunst empfinden, und es kaum auf die bevorstehende Erbschaft, ob gross oder klein, abgesehen haben? Kaum!
Hier ist eine solche Familiengeschichte, die Anlass zu solchen Überlegungen gibt. Aber ─wie so schön gesagt wird─ wir sind alle nur Menschen. Leider kann man sich die eigene Sippschaft nicht aussuchen; man wird hineingeboren was bedeutet, dass man sie zu akzeptieren hat, ob man will oder nicht.

 

Leseprobe:

 

Maurice suchte einen noch leeren Platz und setzte sich. Seine Vorahnung schien sich zu bestätigen. Etwas Ungeheuerliches war im Gange. León ergriff das Wort.
„Nun, ich danke Ihnen allen für Ihr pünktliches Erscheinen. Ich habe heute eine außergewöhnliche Ankündigung zu machen. Nachdem uns Hubertus de Almeyda verließ, hat sein Sohn José Manuel seine Aktien dieser Firma geerbt. Es handelt sich um neunundvierzig Prozent des Aktienkapitals. Ich möchte hiermit ankündigen, dass es mir gelungen ist, ihn davon zu überzeugen, dass er in den Vorstand unserer Firma einsteigt. Ich habe ihm das Amt des Vorstandspräsidenten angeboten. Ich bin überzeugt, dass er in dieser Eigenschaft mit mir als Manager unsere Firma auf Vordermann bringen wird. Wir werden die Modernisierungspläne vorantreiben, damit in kürzester Zeit bessere finanzielle Resultate erwirtschaftet werden können.“
Er hielt in seiner Rede inne und sah seinen Vater an. Dieser war sekundenlang unfähig, etwas zu erwidern. An seinem Antlitz konnte man das blanke Entsetzen ablesen. Schweißperlen waren auf seiner Stirn zu sehen und sein Gesicht bekam eine fahle Farbe.
Er stand langsam von seinem Sessel auf, ohne den Blick von seinem Sohn abzuwenden, und sagte beinahe tonlos: „Du schmeißt mich aus dem Vorstand meiner Firma? Kannst du mir bitte erklären, was in dich gefahren ist?“ Die Antwort hörte sich eiskalt an. „Es ist nicht mehr deine Firma. Du bist nun lediglich ein Minderheitsaktionär mit deinen einundzwanzig Prozent. Almeyda und ich haben nun die Mehrheit der Aktien, ganze neunundfünfzig Prozent………

 

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