Gespaltene Seelen

Autorin: ERICA RUESSLI
Zwei Geschichten in Deutsch, Seitenzahl 106, (veröffentlicht 2006)
ISBN: (10) 3-9523107-6-2
ISBN: (13) 978-3-9523107-6-2
Preis: Fr.s. 22.80 / Euros 15.20
Bestellungen an: C.F. Portmann Verlag (info@cfportmann.ch)

Erste Geschichte:

Concepción Eine Mittdreißigerin, Kinderärztin, erfährt von ihrem Vater kurz nach dem Tod ihrer Mutter, dass sie als Baby in Peru adoptiert wurde. Eine überraschende Enthüllung, wenngleich sie schon als Kind immer wieder bemerkte, dass sie irgendwie nicht in die Familie hineingepasst hat. Obwohl eine innige Tochter-Vater-Beziehung besteht, entschließt sie sich schlussendlich, ihre leibliche Familie in Peru aufzusuchen und nach ihren Wurzeln zu forschen.

Leseprobe:

...“Ja“, meinte sie nachdenklich, „das ist eine lange Geschichte, die du da erfahren willst. Und weiß Gott keine erfreuliche, wenigstens nicht für mich. Aber da du nun einmal hier bist, und die Wahrheit wissen willst, werde ich dir erzählen, wie es dazu kam. Mit fünfzehn Jahren wurde ich von meiner Mutter von Cajamarca in der Sierra an die Küste zu meiner Patentante geschickt...



Zweite Geschichte:

Joaquín Ein achtjähriger Junge reißt von zu Hause aus und schließt sich einer Jugendbande an, deren Mitglieder vom Anführer gezwungen werden, unachtsame Touristen in der Stadt Lima zu überfallen und ihm das gestohlene Gut abzuliefern. Er ist Halbwaise und kommt von einer völlig verarmten jedoch kinderreichen Familie, deren Mutter nicht genügend verdient, um ihre Kinder zu ernähren. Am Palmsonntag, vor der Kathedrale in Lima, überfällt er eine junge Schweizerin. Er wird jedoch von deren Ehemann aufgehalten, und als er sich weigert, zu seiner Familie zurückzukehren, und Polizei und Jugendbehörden nichts mit ihm anzufangen wissen, wird er von diesem Ehepaar adoptiert und in die Schweiz gebracht.

Leseprobe:

...“Was willst du eigentlich hier“, fragte sie mit heiserer Stimme. „Ich habe nicht damit gerechnet, dich jemals wiederzusehen. Hier ist kein Platz mehr für dich“. Sie strich sich mit dem Handrücken über die Wange. „Ich dachte, dass ich dir vielleicht finanziell etwas aushelfen kann“, antwortete ich. „In der Schweiz habe ich eine gute Ausbildung als Mechaniker bekommen, und....“. „Ach was“, unterbrach sie mich, „kein Lebenszeichen hast du von dir gegeben in all den Jahren, nicht einmal einen kurzen Kartengruß. Es interessierte dich doch gar nicht, was mit uns geschah....“....

Diseño y desarrollo:www.xm-company.com